Böse Männer vom #Kurier

Da haben wir es aber gekriegt. Mein Kollege Debionne und ich hatten uns erlaubt, einen Artikel über eine über Berlin hinaus bekannte Piratin zu schreiben bzw. per Twitter zu verbreiten. Im Artikel geht es darum, dass sich die Dame, die mit einer Nackedei-Aktion in Dresden auf sich aufmerksam gemacht hatte, jetzt darüber aufregt, immer mit Nacktheit in Verbindung gebracht zu werden.

Jetzt sind wieder viele beleidigt und nennen uns Lügner. Vor allem diejenigen greifen zu dieser Beschreibung, die von der Dame eine Woche lang belogen worden waren, indem sie bis zu ihrem verschämten Geständnis abstritt, eine der beiden Nackten von Dresden gewesen zu sein.

Wo wir gelogen haben sollen, hat uns aber bisher keiner gesagt. Aber es hört sich gut an.

#BILD und die #Panzer

Das Bild-BZ-Gespann hat wegen der Ukraine-Krise eine Kampagne gegen die beiden Panzer vor dem sowjetischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni gestartet.

Das ist eine hübsche Idee. Vor allem, weil die großen Kämpfer aus dem Springer-Verlag mal eben vergessen haben, dass Deutschland einen Vertrag mit dem Vorgängerstaat der russischen Föderation, nämlich der Sowjetunion, abgeschlossen hat.

Da steht unter anderem das hier:

Die beiden alten Panzer sind Teil einer der wichtigsten Gedenkstätten für die Soldaten, die im Kampf gegen Hitlerdeutschland gefallen sind.

Die Botschaft hinter der “Petition” von BILD und BZ: Die Sowjetsoldaten haben Deutschland zwar befreit, aber danach war Stalin und ist jetzt der kleine Zar Putin  so was von böse, dass wir auf ihre Gebeine scheißen.

Und was den Vertrag angeht: Wer wie die Panzerabwehrkämpfer von BILD und BZ im Namen von Freiheit und Demokratie den Abbau der T-34 verlangt, hat eines vergessen, was für Freiheit und Demokratie essentiell ist: Pacta sunt servanda. Verträge sind einzuhalten.

Ordnung muss sein in der #Ukraine.

Ich zanke mich ganz gerne über Twitter, auch wegen der Vorgänge in der Ukraine. Es geht mir schwer auf die Nerven, dass die Existenz rechtsextremistischer Organisationen und ihre Beteiligung an der Übergangsregierung u. a. vom grünen Bundestagsabgeordneten Ströbele dazu benutzt wird, den ganzen Umsturz und weite Teile der ukrainischen Bevölkerung zu diskreditieren. Der am Telefon abgehörte Wutausbruch der Julia Timoschenko, die Wladimir Putin am liebsten erschießen würde, wird entsprechend instrumentalisiert.

Das wundert mich schon.

Ich frage mich, welche Erwartungen die aufgeklärten Linken an einen Umsturz haben. Sie vermitteln den Eindruck, dass ein Volk seine räuberischen Bosse nur verjagen darf, wenn

a) sofort eine Regierung rauskommt, die ordentlich links und gegendert ist

b) sowie in der Lage, gleich alle zu bändigen, die das Chaos revolutionärer Zeiten nutzen, um wahnwitzige Ziele zu verfolgen.

Wenn das nicht gelingt, und zwar pronto, dann ist der ganze Umsturz zu verdammen und faschistisch.

Unordentlich und undeutsch. Und das geht ja gar nicht, da ist Wladimir Putin den Linken offenbar viel lieber.

Ick liebe dit

Neulich im Verwaltungsgericht: Sicherheitskontrolle. Reporter muss alles Metallene abgeben. Auch den Gürtel.

Schreiberling: “Und wat is, wenn mir jetzt die Hose rutscht?”

Wachtmeester: “Denn kriejen Se ne Anzeige wejen Erregung öffentlichen Ärjernisses.”

Das ist Heimat.

Die #Ukraine und die Speichellecker

Es sind seltsame Allianzen, die sich in den letzten Wochen bilden: Zum Beispiel AfD und Linke, die alles Mögliche an Argumenten aufbieten, warum Wladimir “Little Tsar” Putin die Krim annektieren durfte bzw. warum man dagegen nichts tun sollte.

Harald Martenstein, dessen Kolumnen ich sonst gerne mal der Abgedroschenheit zeihe, hat m. E. völlig Recht, wenn er dieses hier erklärt.

Der hiesige Hang, dem eigenen Gesellschaftssystem massiv ans Bein zu pinkeln, ist mir rätselhaft, und die Gleichstellung westlicher Ambitionen mit den russischen Drohgebärden erst recht.

Nachgerade unheimlich ist die Geschwindigkeit, mit der Verteidiger Russlands vergessen zu haben scheinen, was sich dort an Repression, Willkür und Großmäuligkeit abspielt, und wie schnell sie bereit waren, die Ukrainer als Faschisten, Putschisten, Nationalisten und überhaupt Drecksäcke abzustempeln.

Alle Nazi außer Mutti.

Unheimlich auch der weit verbreitete Hohn über die EU – sie sei schwächlich, zerstritten und habe keinen Plan:  KEIN WUNDER, SIE IST JA AUCH KEINE DIKTATUR, UND ANGELA MERKEL IST NICHT DIE OBERKOMMANDIERENDE DER WEHRMACHT.

Tröstlich ist nur eins: Putin hat sich als das geoutet, was er ist. Ein Angstbeißer mit einem Reich auf tönernen Füßen.

Mein #Femen – Tipp für Eventmanager

Zu umstrittenen  Veranstaltungen mit Politikern scheint es inzwisc hen unvermeidlich zu gehören, dass Damen sich den Oberkörper mit Parolen beschriften lassen und ihn dann öffentlich vorführen. Sie kommen von “Femen” oder tun so als ob.

Was derlei  Veranstaltungen angeht, empfehle ich den Eventmanagern, von vorn herein ein bis zwei Damen zu buchen, die vor Beginn kurz blankziehen und nette Parolen preisgeben. Dann hat man es hinter sich, und die abgedroschene Nackig-Demo, falls sie dann doch noch kommt, läuft ins Leere.

#ZLB: Die Bauernschlau-Trickser von der #CDU

Bei der CDU haben der Generalsekretär Kai Wegner und der Stadtentwicklungs-Sprecher Stefan Evers ganz doll nachgedacht. Bei dpa liest sich das so:

Wegner will Pläne für Landesbibliothek neu diskutieren
In der Berliner CDU regt sich angesichts einer möglichen Kostenexplosion Widerstand gegen die Pläne für die neue Zentral- und Landesbibliothek (ZLB). Generalsekretär Kai Wegner regte an, das Vorhaben «grundsätzlich neu zu diskutieren». Die möglichen Mehrkosten für den Neubau auf dem Tempelhofer Feld seien besorgniserregend, teilte Wegner am Samstag mit. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hatte die bisher veranschlagten 270 Millionen Euro für den Bau vor einigen Wochen eine «grobe Schätzung» genannt. Die Fehlerquote liege «bei plus/minus 30 Prozent». CDU-Wohnungsbauexperte Stefan Evers sagte nach Angaben der «Berliner Zeitung», wenn die ZLB nicht für 270 Millionen Euro gebaut werden könne, müsse über Alternativen nachgedacht werden.

Das ist ziemlich niederträchtig. Denn die kürzlich mitgeteilten Kostensteigerungen für die Bibliothek sind nur die ehrliche Folgerung aus einer Änderung der Landeshaushaltsordnung (LHO) 2013, an der die CDU beteiligt war und  zugestimmt hat.

In der LHO steht im letzten Absatz des Paragraphen 24 sinngemäß, dass bei der Planung von Bauvorhaben berechnet werden muss, was das Bauwerk zum Zeitpunkt der Fertigstellung kosten dürfte. Das heißt, man muss die Steigerung der Material- und Arbeitskosten von Anfang an mitkalkulieren.

Vorher wurde immer mit den Kosten des Jahrs der Planung gerechnet, und während des Baus wunderten sich alle, dass Gebäude dabei ständig teurer wurden.

Falls die CDU vergessen hat, was sie selbst mit beschlossen hat, könnte man mitleidig mit den Schultern zucken.

Ich glaube aber nicht, dass sie es vergessen hat. Ich bin eher der Auffassung, dass sie versucht, das Projekt der ZLB zu kippen. Dabei geht es ihr nicht um die Kosten, sondern um einen der grotesken Berliner Dorfpolitik-Winkelzüge.

Den bauernschlauen CDU-Trick skizziere ich mal:

  • 1) Wowereit (SPD) ist im Umfrage-Tief. Da soll er bleiben, finden wir von der CDU.
  • 2) Wowereit möchte den ZLB-Neubau, und viele  Berliner halten den Bau  für doof, weil er eben Wowereits Wunsch ist (siehe Punkt 1).
  • 3) Wir von der CDU diffamieren den Neubau als zu teuer und als wowereitsches Prestigeobjekt.
  • 4) Das Projekt wird gekippt und Wowereit samt SPD wird  politisch geschadet.
  • 5) Wir von der CDU lassen uns als Millionen-Retter bejubeln.

Dabei geht es den Kulturbürgern der CDU kalt am Ebensolchen vorbei, dass neue Orts-Suchen, Pläne, Wettbewerbe und Kalkulationen die Realisierung eines ZLB-Neubaus auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben. Sollen sich die Pappnasen, die es sich nicht leisten können, Bücher zu kaufen, doch weiter Tag für Tag in der Amerika Gedenkbibliothek und in der Breiten Straße drängeln.

Lesen ist sowieso out.

Die #AfD hat nix gegen Schwarze

Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, macht in Berlin Politik für die “AfD” und kandidiert auf Platz vier der AfD-Bundesliste für das Europaparlament. Sie wird vielfach als sehr konservativ geschildert – mindestens, wenn nicht schlimmer.

Sie schreibt gerne auf einem Portal namens “eigentümlich frei”. Und da taucht Reklame auf, die deutlich zeigt: Das Portal und die, die für es schreiben, haben nix gegen Schwarze.

AfD

 

Tempelhofer Feld: Es gibt Hoffnung durch SPD, CDU, Grüne, Linke und Piraten

Die erste gute Nachricht: Die zwölf Bau- und Stadtentwicklungsexperten aus allen fünf Fraktionen des Abgeordnetenhauses, die heute wegen der Zukunft des Tempelhofer Felds zusammenkamen, vertragen sich mindestens hinter verschlossenen Türen gut: Man duzt sich jetzt.

Die zweite gute Nachricht: Nach all dem politischen Theaterdonner für und wider die Bebauung des Tempelhofer Felds scheinen die Chancen gut, dass das Parlament einig gegen den kleinkarierten Wohnungsbauverweigerungs-Unfug antritt, den die 100 % Tempelhofer Feld-Initiative am 25. Mai per Volksentscheid durchsetzen will. Die Fraktionen wollen den Berlinern ein eigenes Gesetz als Alternative anbieten, mit dem von 305 Hektar Freifläche 230 Hektar als Grünfläche dauerhaft gesichert werden sollen.

Grundlage ist ein SPD-CDU-Gesetzentwurf, der Wohnungsbau im Westen und Osten, Wohnungen und Gewerbe im Süden des Feldes vorsieht. Den wird die Koalition voraussichtlich modifizieren können, wenn von der Opposition gute Ideen kommen.

Wichtig sind dabei zwei Aspekte:

1) Es müssen Wohnungen gebaut werden, und zwar schnell. Jahrelange Abstimmungen verbieten sich angesichts der Wohnungsknappheit. Und es wird zu machen sein, dass man Wohnungen mit hohen Mieten anbietet, mit deren Einnahmen man billigere Wohnungen ab 6 Euro den Quadratmeter kalt subventionieren kann.

2) Es muss beim Neubau der Zentral- und Landesbibliothek bleiben. Die Parteien sollten sich nicht von der Behauptung interessierter Kreise beeindrucken lassen, sie sei nur ein “Prestige”-Objekt des Regierenden Bürgermeisters, und die Bildungseinrichtung mit dem propagandistischen Wort “Prestige” ins Aus kicken. Wer die bisherigen Standorte der ZLB in der Breiten Straße und am Halleschen Tor kennt, weiß, dass dort unerträgliche Zustände herrschen. Vielleicht kann man die neue ZLB auch in den Flughafen-Komplex einbauen, aber ich fürchte, dass die Planungen dann nochmals 100 Jahre dauern werden (so alt ist das Vorhaben Berlins, seinen Bürgern eine Haupt-Bibliothek hinzustellen).

#Bombergate: Ein spätes Geständnis

Ach, Frau Helm … Die Neuköllner Bezirksverordnete der Piratenpartei hat in der Jungle World zugegeben, dass sie eine der Frauen war, die sich in Dresden mit entblößten Oberkörpern und darauf geschriebenen Parolen fotografieren ließen.

Einen Tag, nachdem der Landesvorstand der Partei ihr noch unbeholfen versucht hatte, ihr  den Rücken freizuhalten.

Dazu folgende beiden Bemerkungen, mit denen ich Aussagen meines vorletzten Blogs bekräftige:

1) Es ist unsäglich, dass Leute Frau Helm den Tod wünschen, sie beschimpfen und bedrohen.

2) Frau Helm hat uns grundsätzlich auf ihrer Seite, wenn es darum geht, Neonazis entgegenzutreten.

Frau Helm und ihre Partei haben in der Krisenbewältigung aber so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Das lange Bestreiten und Ablenken, zuletzt auf die CDU, hat mehr Porzellan zerschlagen als die eigentliche, verkopfte und deshalb leider dumme Aktion.

Wir hätten auch gerne mit Frau Helm über ihre Motivation gesprochen, aber alle Versuche, mit ihr in Kontakt zu treten, hat sie ignoriert. Und so wurde aus einer unüberlegten Provokation ein Desaster.