Barbie und Schneewittchen – mit und ohne Tittchen

Ich werde mich beim Werberat beschweren – diesmal sind die Reklamefritzen zu weit gegangen: Wenn eine Nackte eine Plaste-und-Elaste-Puppe an ein Kreuz nagelt und anzündet, um die Aufmerksamkeit für ein Mattel-Produkt zu befeuern, dann ist der Rubicon überschritten, wie olle Cäsar gesagt hätte.

Leider ist es mir nicht gelungen, unter “Reklame” die Adresse von “Femen” im Telefonbuch zu finden: Femen, das ist dieser offenbar buchbare Club der Schneewittchen (kein Ar…, keine Tittchen), der immer dann angekreischt kommt, wenn Fotografen und was Prominentes da sind.

Die Fotografen machen dann Lichtbilder, auf denen Menschen mehr oder weniger irritiert, manchmal belustigt und öfter mal lüstern die spillerigen Damen betrachten bzw. begutachten.

Am Ende darf die Polizei mal anfassen.

Zuletzt hatte  Wladimir “Little Czar” Putin die nackige Zappelcombo bestellt, um bei der Hannover-Messe nicht immer unsere Merkeline und servile Messestandsbesatzungen angucken zu müssen.

Jetzt ist so ein Nackedei bei der Eröffnung der Berliner Barbie-Puppen-Schau aufgekreuzt – zusammen mit tatsächlich Verwirrten, die anscheinend nichts Besseres zu tun hatten als bei einem (S-)Exorzismus mitzumachen. Es ist auch wirklich ein Skandal, dass kleine Mädchen lieber mit Puppen als mit unbehandeltem Totholz aus dem Grunewald spielen. Was fällt denen ein?

Hat nur noch gefehlt, dass ein Pope ein Weihrauchgefäß wider den amerikanischen Antichrist in Pink geschleudert hätte.

Ich liebe diese Stadt.

Gnirkel und Gnorkel: Verheddert im Gutmenschen-Wahn

Der innenpolitische Sprecher der Linken, der Abgeordnete Hakan Tas, hat diese Pressemitteilung losgelassen: Die Erfassung von Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) muss beendet werden. Diese Daten sagen nichts über die Ursachen von Kriminalität aus. Stattdessen fördert die Statistik die ethnische Zuschreibung von kriminellen Eigenschaften und damit Diskriminierung.

Hm. Ein durchaus diskriminierender letzter Satz.

Denn er impliziert, dass die eine oder andere Ethnie kriminell auffällig sei – ohne solche Auffälligkeiten wäre die PKS ja nicht geeignet, der jeweiligen Ethnie besondere kriminelle Eigenschaften zuzuschreiben. Nicht wahr, Herr Tas?

Von solchen Spitzfindigkeiten abgesehen, ist die Forderung abseitig, weil sie Erkenntnisgewinn verhindert. Nehmen wir mal an, dass ausschließlich dreibeinige grüne Gnorkel vom Planeten Glimpf sich des Verbrechens der Totologie schuldig machen, kann man aus der statistischen Erhebung leicht folgern, dass man bei den Gnorkeln mit Präventionsmaßnahmen ansetzen muss - und im Falle eines Falles von Totologie nicht nach einem vierfüßigen roten Gnirkel vom Planeten Glompf fahnden muss.

Ich bin dafür, dass Staatszugehörigkeit und Migrationshintergrund aus der PKS gestrichen werden, wenn sie auch in keinem anderen Zusammenhang mehr erhoben werden – zum Beispiel bei Schülern, öffentlich Beschäftigten etc. pp.

Dann wird keiner mehr diskriminiert, es kann aber auch keiner mehr gefördert werden.

Michael Büge, der seltsame Staatssekretär

Ein standhafter Mann, der für seine Überzeugungen steht – und fällt? Ein Knallkopf, der sich verrannt hat? Ein Opfer einer Menschenjagd? Sippenhaft? 

Der Fall des Sozialstaatssekretärs Michael Büge (CDU), der am morgigen Dienstag entlassen werden soll, gibt mir Rätsel auf.

Er ist Mitglied einer Burschenschaft, die wiederum Mitglied in einem Verband ist, der in manchen Teilen sehr weit rechts außen steht. Von Büge allerdings ist nicht überliefert, dass er jemals etwas Rechtsextremes gesagt oder getan hat, und gegen seine Burschenschaft Gothia liegt auch nichts vor.

Allerdings ist es seltsam, dass sie sich nicht wie andere aus dem klebrigen Dachverband “Deutsche Burschenschaft” entfernt, was andere vorgemacht haben. Die Erklärung, dass man das erst einmal basisdemokratisch durchdeklinieren müsse, verfängt angesichts der vielen Monate, die sich die Affäre bislang hinzieht, nicht mehr. Da bleibt der Verdacht, dass da klammheimliche Sympathien zu Rechtsauslegern bestehen.

Deshalb, und weil Büge sein eigenes Ultimatum nicht einhielt, aus der Gothia auszutreten, wenn sie nicht aus dem Dachverband austritt, blieb Sozialsenator Mario Czaja (CDU) nichts übrig, als Büge zu feuern.

Gewinnen tut dabei keiner, weil Büges Leistungen als Staatssekretär auch von SPD-Kollegen gelobt worden waren. Der hämische Kommentar der Linken zum Abgang Büges wird ihr auch nichts nützen – angelegentlich wird der eine oder andere daran erinnern, was für Figuren in dieser Partei umgehen.

Vor allem aber hat sich Büge selbst geschadet. Denn ich glaube, dass die meisten Menschen der Erklärung “Knallkopf, der sich verrannt hat” für den Vorgang zuneigen werden. Wie ich.

Abendliche Verblödung

Ein Einschleimpfuhl, den die Regisseure für Indiana Jones nicht hätten schöner anrichten können, wurde gerade in der Abendschau präsentiert. Die Politik war wieder mal ganz doll betroffen, dass die BVG-Busse nicht an jeder Haltestelle automatisch einen Knicks machen sollen, um Gehbehinderte einzulassen. Die sollen künftig für das “Kneeling” einen Knopf drücken müssen. Das spart nach BVG-Berechnungen pro Jahr 2 Millionen Euro. Denn nur an einem Bruchteil der Haltestellen steht wirklich ein Mensch, der des “Kneelings” bedarf.

In der Berliner Einschleimer-Szene aber sind die Millionen, die die BVG jährlich für sinnloses “Kneeling” rausschmeißen muss (Diesel, Reparaturen, Fahrzeugausfälle) eine zu vernachlässigende Größe (bis zur nächsten Tariferhöhungsdebatte). Und dafür wird auch tief in die Betroffenheitskiste gegriffen. In der Abendschau schwadronierte die Moderatorin von Rollstuhlfahrern –  für die ist das Kneeling gar nicht gemacht. Die kommen in aller Regel so oder so nur per Rampe, die der Fahrer oder ein hilfreicher Passagier ausklappen muss, in den Bus. Der interviewte Behindertenbeauftragte, der es hätte besser wissen müssen, war im propagandistischen Leidensmodus und hat die Dame nicht korrigiert.

Dann wurde noch gezeigt, unter welchen “Mühen” eine ungeschickte junge Frau einen Kinderwagen in einen vermutlich “ungekneelten” Bus manövrierte (gefühlter Höhenunterschied Bordstein – Bus: 5 Zentimeter), so dass man am Ende glauben musste, dass das Betreten eines BVG-Busses der Besteigung des Nanga Parbat gleicht.

Wie hoch ist doch gleich die Verschuldung der BVG? 800 Millionen.

 

Ein ungemütliches Gefühl der Kumpanei

Journalisten sind nicht frei von vorgefassten Meinungen – es gibt sogar das böse Wort, dass festgefügte Vorurteile neben gesunder Halbbildung zu den Voraussetzungen gehören, diesem Beruf nachzugehen.

Also ging auch ich voreingestimmt in eine Verhandlung vor der 10. Kammer des Verwaltungsgerichts, wo ein in Berlin wohnender Bayer, CSU-Mitglied und – jaja – ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestags, gegen das Bezirksamt Pankow von Berlin klagte. In meinem Kopf war da die Erwartung, dass da ein bornierter Provinzheini gegen unsere Berliner Kinder anstänkern wolle.

Es kam aber anders. Der Mann argumentierte angemessen. Er war zwar aufgeregt, aber bei aller Empörung brach weder Provinzialität noch Kinderfeindlichkeit durch. Eigentlich wollte er nur, dass Pankow dafür sorgt, dass die behördlichen Vorgaben zur Nutzungszeit eines Bolzplatzes am Senefelderplatz auch durchgesetzt werden. Nach 20 Uhr müsse so allmählich Ruhe einkehren. Sonst könnte man sich die Vorgaben auch sparen.

Damit ist der Dr. Gerhard Friedrich vor dem Gericht abgeblitzt. Und ich fühlte mich unbehaglich. Ich wurde während der Verhandlung das Gefühl nicht los, dass sich ein voreingenommenes Gericht insgeheim mit der bräsig wirkenden Bezirksvertreterin gegen den Neuberliner verbündet hätte.

Denn das hohe Gericht behandelte den Mann erkennbar wie ein hohes Gericht – von oben herab. Wenn eine Richterin einen mündigen Bürger fragt, woher er denn wisse, dass da abends Erwachsene Krach machen auf dem benachbarten Sportplatz und keine Kinder -  denn da sei doch eine Mauer zwischen seiner Erdgeschosswohnung und den Sportlern, so dass er die Verursacher nicht sehen, sondern nur hören könnte: Dann grenzt das an Beleidigung.

Ich wäre da nicht ruhig geblieben, sondern hätte der Dame ein paar passende Worte gesagt.

Der Vorsitzende verlangte ziemlich unverblümt, dass der Mann einen Haufen Beweise für die Berechtigung seiner Klage hätte vorlegen müssen. Zum Glück hat er es nicht getan – weil dann er als der Anschwärzer dagestanden hätte, der mit dem Fotoapparat lauert: Das hätte sein soziales Aus bedeutet.

Recht und Gerechtigkeit …

Aufgeklärte Menschen

Viele Menschen um mich rum regen sich gerne auf – über das Wort Neger, über Pelzmäntel, Banken, Kapitalismus, Gentrifizierung, Papst, Politik en gros und en detail, über Autofahrer, Flughäfen, US-Amerikaner, Zigarettenrauch, Legebatterien, Alkohol, Sexismus, Ungerechtigkeit im Allgemeinen, Steuerflüchtlinge und Steuern, Spielhallen, über Vermieter, Spießer (also die anderen), Reklame, Fernsehen, Chemieindustrie und Globalisierung.

Andere gute Menschen hocken sich als unbezahlte Werbeträger vor einen Laden, in dem Geräte eines kalifornischen Elektronikkonzerns mit Obstlogo verkauft werden, die man eigentlich überall bekommt, und der seine Produkte ebenfalls da produzieren lässt, wo proletarischer Widerstand gerne mal hübsch kommunistisch zusammengeschlagen wird.

Darüber könnte ich mich stundenlang aufregen.

Zwerg-Bolschewisten

Ein paar Blödbommel haben Feuer an Bahnkabel gelegt. Das feiern sie als revolutionäre Tat, woran man allerdings sofort anfängt zu zweifeln, wenn man die Begründung bei Indymedia liest. Die Überdosis an gymnasialem Klugscheißertum, das alles mit allem vermengt, ist schwer erträglich. Man changiert zwischen Gelächter und Fremdschämen.

Das Lachen erstirbt allerdings, wenn sich die vermutlich kaum der Rückbank der elterlichen Limousinen entstiegenen Brandknirpse als Speerspitze des Proletariats gerieren, die ihm mal eben vorschreiben, wann es zu streiken hat.

Das hat was Bolschewistisches, und das war noch immer mit Gewalt und Blut verbunden.

Fetisch Bildung

Die Grünen wollen die Steuern für einen Teil der Bevölkerung erhöhen, um mehr Geld in die Bildung stecken zu können. Das wollen die Sozialdemokraten auch. Soweit, so gut. Wer wäre schon gegen mehr Bildung? Und genau deshalb taucht dieser nagende Zweifel  auf, ob “Bildung” nicht der neue Politikfetisch ist. Eine unwiderstehliche Waffe in der politischen Auseinandersetzung, die jeden potenziellen Gegner durch pures Vorzeigen ausschaltet.

Überhaupt: Welche Art von Bildung ist eigentlich gemeint? Vielleicht Ethik? Wer ein bisschen Geduld hat, möge dies Curriculum des Ethik-Unterrichts in Berlin durchlesen. Ich habe es mir angetan, weil ein Teenager aus meinem Umfeld auf die Frage, was man da so lerne, immer so einen sparsamen Gesichtsausdruck bekommt.

Ich setze einen Sixpack Dosenbier als politisch unkorrekten Preis für denjenigen aus, der mir anhand des Curriculums beweist, dass Ethik-Unterricht eine Wirkung hat, die über Langeweile hinausgeht.

Klassenkeile für Heilmann

Autsch, Herr Senator. Die tollkühnen Worte des Thomas Heilmann, dass sich die CDU bloß nicht darauf einstellen solle, 2016 das Rote Rathaus zu erobern, haben die vom KURIER vorhergesagte Wirkung gehabt: Die Partei hat jetzt was zu “besprechen” mit ihrem Mitglied Heilmann. Er bekommt Klassenkeile.

Ich war schon ziemlich verblüfft, als ich bei der IHK miterlebte, wie der Justiz- und Verbraucherschutzsenator vom IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder ohne jeden Trick aufs Glatteis geführt wurde – und willig mitging. Nönö, er wolle nicht Regierender Bürgermeister werden, aber die CDU habe ja ohnehin keine Chance, einen der ihren an die Spitze der Stadt zu bringen.

Das mag ja aus heutiger Sicht so sein, aber was der vormalige, erfolgreiche PR-Unternehmer ohne Not für einen demotivierenden Bock geschossen hat, ist schon bemerkenswert. Eine Kapitulation dreieinhalb Jahre vor der Schlacht macht die eigenen Truppen nicht gerade kampfesmutig. Parteichef Frank Henkel wird sich bedanken.

Jetzt warten wir alle gespannt, wie in Kürze die CDU-Heerscharen in Steglitz-Zehlendorf reagieren werden: Die waren ja darauf eingestimmt worden, Heilmann zum neuen Kreisvorsitzenden zu wählen – sein Konkurrent, der Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann, zog zurück.

Ich schätze mal, dass der jetzt viel telefoniert.

Bekloppte Grüne

Es war einmal eine Zeit, in der ich die Grünen in Berlin für eine Zukunftsveranstaltung hielt. Heute graut mir vor denen und ihrer unglaublichen Willkür und Inkonsequenz.

Am morgigen Freitag wird die Gabelsberger Straße in Friedrichshain nach dem bedauernswerten Silvio Meier benannt, der 1992 von Rechtsextremisten ermordet worden war. Die Umbenennung wäre in Ordnung und zu begrüßen - hätten die Grünen nicht mit einem eigenen Dogma gebrochen: In Friedrichshain-Kreuzberg sollen Straßen einstweilen nur nach Frauen benannt werden, bis das Männlein-Weiblein-Verhältnis bei Straßennamen fifty-fifty ist. Silvio Meier war keine Frau.

Man könnte nun sagen, ich solle mich nicht so haben. Wäre da nicht der “Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz”, der auf Betreiben der gleichen Grünen gegenüber vom Jüdischen Museum entstehen soll. Da hat die Partei einen aberwitzigen, bekloppten Zirkus aufgeführt, um im Sinne der Genderei einen Frauennamen für den Platz festzulegen. Weil das nicht klappte, muss jetzt vor den Namen des jüdischen Philosophen der seiner Frau Fromet gespannt werden, die sicher klug und nett war, aber eben nicht der Aufklärer, mit dem sich Berlin schmücken kann.

Das passt alles in den grünen Wahnsinn aus Friedrichshain-Kreuzberg, wo der grüne Bürgermeister in Sachen East Side Gallery gegen das eigene Verwaltungshandeln demonstriert, und wo die Verdorfung durch die Öko-Spießer immer grotesker wird: Gerade gab es eine Demo gegen “Verkehrslärm im Bergmann-Kiez”. Okay – wir sperren die Straßen, damit die Lieferwagen keine Lebensmittel für die Schickeria-Imbisse in der Marheinekehalle mehr liefern können.

Was für eine unsägliche Klientel. Aber seit den internen grünen Hass-Ausbrüchen nach der letzten Wahl hätte man gewarnt sein müssen. Googeln Sie mal Wohlfahrtsausschuss.